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Mittwoch, 2. September 2009

Endlich Arbeit

Heute schreibe ich mal direkt aus dem Büro. Aus dem Büro? Japp! Ich bin um 20:30 tatsächlich noch im Büro. Heute kamen endlich die Informationen denen ich drei Monate lang nachgerannt bin. Ok, es kamen zumindest genug Informationen um damit arbeiten zu können. Zudem soll ich morgen um 13Uhr mein Projekt übergeben und muss bis dahin die Informationen von heute verarbeitet haben.
Das Treffen mit meinem Schulfreund im Hardrock Cafe ist deshalb leider ausgefallen. Wir haben aber festgestellt, dass wir am Freitag im gleichen Flugzeug sitzen werden. Wie klein die Welt doch ist.

Dienstag, 1. September 2009

Der Countdown läuft

Jetzt sind es nur noch zweieinhalb Tage bis ich Schweden wieder verlasse. Ich habe gestern nochmal meine Klamotten gewaschen und auch schon alles eingepackt was ich nicht mehr brauche. Das Busticket zum Flughafen ist auch schon gekauft. Es kann also losgehen. Naja doch noch nicht ganz. Morgen habe ich das Abschlussgespräch mit meinem Betreuer und Abends werde ich mich vorraussichtlich mit einem Schulfreund treffen.

Ehrlich gesagt bin ich ein wenig gespannt wie meine Note für den Einsatz aussehen wird. Ich habe es geschafft lange Zeit wenig zu tun zu haben und dennoch nicht mit dem Projekt fertig zu werden. Zu meiner Verteidigung ist zu sagen, dass man in Schweden im Sommer einfach nicht arbeiten kann. Besonders wenn man hochgradig auf Information von Kollegen angewiesen ist. Diese sind im Sommer nämlich alle im Urlaub. Von den zwölf Wochen die ich hier gearbeitet habe waren fast alle Kollegen sechs Wochen im Urlaub. In dieser Zeit fehlte mir dann natürlich der Input und ich konnte nur bedingt arbeiten. Ich konnte ja nichtmal andere Leute fragen ob die etwas für mich zu tun haben, denn teilweise waren wirklich nur noch wir vier Studenten aus Deutschland im Büro.

Das ich bis heute noch immer nicht alle Informationen habe liegt aber nicht nur am Urlaub. Ich glaube man muss die Schweden wirklich nerven, damit sie mal etwas tun. Ein kleines Beispiel: Bereits vor der Urlaubszeit habe ich drei! Personen nach Informationen zu einer bestimmten Anwendung gefragt. Wir haben uns in der Zeit zu zwei Meetings getroffen. Da es sich allerdings um eine Anwendung in einer Produktivumgebung handelt musste alles mit den Verantwortlichen beim Kunden abgesprochen werden. Der Ball lag also erstmal außerhalb meiner Reichweite und es kam lange Zeit nichts, da der Kunde natürlich auch im Urlaub war.

Letzte Woche am Montag hatte ich dann erneut ein Meeting mit besagten Personen, weil erst da alle drei wieder verfügbar waren und laut deren Aussage alle anwesend sein sollten. In dem Meeting wurde immerhin beschlossen, dass die drei sich am Mittwoch und Donnerstag zusammensetzen um mir die Informationen zu erarbeiten die ich benötige. (Und nach denen ich seit ca. 3 Monaten frage) Ich habe also am Donnerstag Abend, Freitag und Montag bei ihnen angefragt ob es ein produktives Ergebnis gab. Gestern Abend um 23:57 kam endlich die Antwort, dass sie zwei Nutzerszenarios erarbeitet haben und ob ich die entsprechenden Testseiten erstellen kann. Klar kann ich das machen, ABER DAFÜR BRAUCHE ICH AUCH DIE SZENARIOS! (Ich habe natürlich nur innerlich geschrien und eine freundliche Mail verfasst). Die Antwort auf meine Frage nach den Szenarios wurde dann mit: "Ich schicke sie dir morgen" abgewehrt.

Fassen wir also zusammen: Ich versuche seit 3 Monaten Informationen zu bekommen die ich (leider) nur von diesen drei Personen bekommen kann. Wenn ich Glück habe bekomme ich die Informationen morgen. Eigentlich sollte ich schon lange mit meinem Projekt und auch mit meinem Bericht fertig sein. So muss mein Betreuer morgen den Status quo bewerten und sich darauf verlassen, dass ich die nach und nach eintrudelnden Informationen noch sinnvoll verwerte.

Leider ist das kein Einzelfall. Wenn irgendwer sagt: "Ich melde mich wenn ich etwas habe" heißt das genauso viel wie "Ich werde nichts tun und wenn doch dann werde ich mich nicht melden". Kein Wunder, dass ich in diesem Praxiseinsatz bereits mehr kommuniziert habe als in allen anderen zusammen. Ich kann ja verstehen wenn jemand wenig Zeit hat und deshalb nicht gleich an einer Sache arbeiten kann, aber dann erwarte ich auch eine entsprechende und EHRLICHE Aussage.

Von daher bin ich echt froh, dass ich in den letzten beiden Wochen noch zwei weitere Projekte übernommen und abgeschlossen habe. Der Unterschied dabei war, dass meine Auftraggeber auch gleichzeitig meine Informationslieferanten sind. Da diese meine Entwicklungen wirklich einsetzen WOLLEN kriege ich sofort die Informationen die ich brauche.

Wenn es über die gesamten zwölf Wochen so gewesen wäre wie in den letzten zwei Wochen, dann hätte ich mich hier in Schweden vielleicht doch wohl fühlen können. So aber bleibt der fade Nachgeschmack von zehn vergeudeten Wochen.

Donnerstag, 18. Juni 2009

Mit dem Rad zur Arbeit

Bin gerade das erste Mal mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren. Obwohl ich mich einmal mit einer Abkürzung ein wenig vertan habe war ich nach 15Minuten im Büro. Mein Kollege der zeitgleich mit mir das Hotel verlassen hat und mit dem Bus gefahren ist kam erst nach einer halben Stunde an.

Montag, 8. Juni 2009

Nichts neues in Stockholm...

... auch keine neue Zugangskarte. Da ich am anderen Standort von HP bin und dort mein Mitarbeiterausweis nicht freigeschaltet ist, wurde für mich ein neuer beantragt. Letzten Freitag habe ich dann eine Mail bekommen, dass ich bis 3pm in den Servicepoint kommen soll, damit ein Foto von mir gemacht werden kann. Leider kam die Mail um 2Uhr 58. Also musste ich heute morgen dort hin. Nach ungefähr 8 Versuchen war dann auch mal ein vernünftiges Foto entstanden. Scheinbar waren meine Reflexe wieder mal so gut, dass ich auf jedem Bild mindestens ein Auge zu hatte.
Die freundliche Dame versprach mir eine Mail zu schicken wenn mein Ausweis fertig ist. Um kurz vor drei bin ich dann aber doch einfach mal so vorbeigegangen. (Vielleicht wurde es ja vergessen) Aber leider war der Ausweis wirklich noch nicht fertig. Der nun anwesende Herr hat sich meine Telefonnummer notiert und versprach mich morgen anzurufen. Ich hoffe mal er ist dann auch wirklich fertig. Sonst muss ich mir noch ein paar Tage lang jeden Morgen einen temporären Ausweis besorgen.

Überhaupt das Zugangssystem. In Deutschland reicht es einmal am Eingang seinen Ausweis vorzuzeigen bzw. damit eine Tür zu öffnen. Hier muss ich einmal ein Drehkreuz hinter mich bringen um auf das Gelände zu kommen. Dann um in das Gebäude zu kommen und dann noch einmal um in die Abteilung zu gelangen. Und das ganze Spiel auch wieder um Abends das Gebäude zu verlassen. Insofern brauche ich den Ausweis dringend und kann nicht einfach morgens mit jemand anderem durch den Eingang schlüpfen.

Heute Mittag war ich dann mit ein paar schwedischen Kollegen essen. Leider haben sie nur dann englisch gesprochen wenn sie direkt mit mir geredet haben. Den Rest der Zeit habe ich vor lauter böhmischen Dörfern nur Bahnhof verstanden so spanisch kam mir das vor. In der Kantine ist mir aber erneut aufgefallen, dass in Schweden
  1. Es eigentlich keinen, von den biologischen mal abgesehen, Unterschied zwischen Frauen und Männern zu geben scheint.
  2. Die Familie einen anderen Stellenwert hat.
Es schien völlig natürlich, dass in der Kantine Männer mit Kinderwagen und kleinen Kindern saßen. In Deutschland habe ich noch keine Kinder in der Kantine gesehen.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Der erste Tag im Office

Heute war also mein erster Tag im Office. Die Wegfindung dorthin war dank unserer gestrigen Erkundungen ziemlich einfach. Dummerweise muss ich in den naechsten Wochen öfter mal in ein anderes Büro von HP was im Süden von Stockholm liegt.
Im Büro angekommen haben wir als erstes einen kurzen Rundgang bekommen. Es gibt zwar keine Kantine, aber dafür zweimal die Woche frisches Obst und einen Kaffeautomaten der auch Kakao, Espresso und andere Schweinereien zubereiten kann. Bei dem Rundgang wurden wir auch gleich ein paar Kollegen vorgestellt die auch im gleichen Account arbeiten. Interessanterweise waren vier davon aus Deutschland.
Nach dem Rundgang kam ein wenig Smalltalk über die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung in Stockholm auf. Dummerweise kann ich mir die schwedischen Ortsnamen absolut nicht merken, so dass ich schon gar nicht mehr weiß wo ich denn jetzt UNBEDINGT alles hinmuss.
Für die Zeit des Praktikums bin ich jetzt auch !stolzer Besitzer eines Handies. Leider keins von HP sondern von Sony Ericsson (Irgendwie logisch beim Ericsson Account) und leider noch nicht mal ein neues. D.h. das Headset ist, gelinde gesagt, eklig. Dafür waren Bilder der vorherigen Studenten auf dem Handy. So wie es aussieht waren sie im Winter hier und konnten Stockholm im Schnee erkunden.
Das Mittagessen haben wir in einer BreadBar eingenommen. Es gab einen Teller mit Fisch und Kartoffelomlett, Salatbuffet, ein Brot, ein Getränk sowie Kaffee und Kuchen zum Nachtisch. Für 8€ eine ganze Menge, es wird jedoch trotzdem eine Ausnahme bleiben.

Nach dem Mittagessen kam auch endlich mein Betreuer. Damit er mich den Kollegen vorstellen konnte mit denen ich in nächster Zeit zusammenarbeite mussten wir in das bereits erwähnte Büro im Süden von Stockholm fahren. Ich weiß jetzt, dass es auch die Schweden nicht so eng mit den Geschwindigkeitslimits sehen. Dort angekommen wurden mir dann gefühlte 20 Personen mit 30 Namen vorgestellt. Bei meinem Namensgedächtnis eine totale Katastrophe. Aber zum Glück gibt es eine Liste aus der ich mir immer gleich die Experten zu bestimmten Themen raussuchen kann.

Alles in allem sehr viele Informationen auf einmal. Um meinen Kopf wieder etwas zu leeren bin ich om Hauptbahnhof in Stockholm ins Hotel gegangen. Leider gibt es in Stockholm sehr viel weniger Stadtkarten als in deutschen Innenstädten. Aber dank WLAN und GoogleMaps habe ich nach zweieinhalb Stunden doch den richtigen Weg gefunden. Aber davon später mehr ;-)